Road Trip USA – Canada (Part 2)


Mit etwas Verspätung melde ich mich, nunmehr von *wirklich* zuhause aus, mit dem 2. Teil unserer Reise quer durch Kanada und die USA. Teil 1 gibt es hier zum Nachlesen 🙂
Kürzlich haben wir die Staatsgrenze, welche Kanada von den USA trennt, passiert und nach einer 15 minütigen Überprüfung unserer Reisepässe inklusive kurzem Ausfragen zu unserer weiteren Reiseroute, setzen wir unsere Fahrt Richtung Portland, Maine fort. Am heutigen Tag sitzen wir fast 5 Stunden in unserem Nissan Rogue (“Matchbox-SUV”) und legen dabei mehr als 350 km zurück. Jetzt könnte man sich die Frage stellen: 350 km in 5 Stunden? Ja, wenn die Straße quer durch kleinere Städte vorbei an unzähligen Fast Food Läden verläuft, dann klingt das durchaus plausibel… Kanadier ähneln sich in dieser Hinsicht den Amerikanern – nämlich nicht nur in der Anzahl der Frittenbuden, sondern auch in der Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 30 und 50 mph. Aber zurück zu unserer bereits zurückgelegten Route:

 

Kingston:
Wer denkt bei Kingston nicht sofort an die kleinen Speicherkarten?! 😉
Mit Speicherkarten hatte die Stadt dann ähnlich viel gemein wie McDonalds mit ausgewogenem Essen. Kingston besticht durch eine wunderbare Altstadt, die sehr charmant und vor allem nicht von Touristen überlaufen ist. Nachdem wir unseren Wagen in einer Parkgarage abgestellt hatten, machten wir uns auf den Weg zur örtlichen Universität. Vorbei an kleinen Wohnhäusern passierten wir mehrere Querstraßen bis wir vor dem großen Campus standen. Da in den USA für Studenten gerade die Einführungsworkshops in den Universitäten stattfinden, konnten wir einige Studenten auch bei dem Versuch beobachten einen Fußball zu treffen – ein jämmerlicher Anblick übrigens 🙂
Kingston konnte auch mit einem tollen Hafen aufwarten: am Horizont konnten wir beobachten, wie sich bereits mehrere Gewitterzellen rund um die Stadt gebildet hatten. Da wir am Nachmittag eine Bootsrundfahrt zu den 1.000 Islands unternehmen würden, hatten wir bereits die Befürchtung, dass es nicht nur rund ums Schiff nass werden könnte. Schlussendlich hat es dann in der Stadt weder Unwetter noch Regen gegeben. Nach der Rundfahrt setzten wir unsere Fahrt anschließend nach Ottawa fort.

 

Ottawa:
Die Hauptstadt Kanadas hat im Vergleich zu Toronto weder eine reihenweise Ansammlung von Hochhäusern noch verstopfte Straßen zu bieten. Bei rund 1,5 Mio. weniger Einwohnern als Toronto ist das aber auch keine wesentliche Überraschung. Da wir relativ spät am Abend in der Stadt ankamen, konnten wir erst am nächsten Tag unsere Sightseeingtour starten. Das Wetter war in Ottawa ähnlich perfekt für eine Tour wie in den Städten zuvor. Was unser grünes Herz etwas höher schlagen ließ, war der Anblick eines Marktes mitten in der Innenstadt: frische Tomaten, Erdbeeren, Gurken, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte oder Fleisch gab es hier um gutes Geld zu erwerben. Wir griffen dann auch zu einer Schale Erdbeeren um rund $ 5,-. Nun ja, frisch waren sie und geschmacklich auch sehr gut, preislich ist aber auch hier die Differenz zu Österreich zu sehen.

 

Montreal:
Um ehrlich zu sein, Montreal kannte ich bisher lediglich aus dem Fernsehen und den F1 Rennen, die Jahr für Jahr in der Stadt stattfinden. Und nach einem 2-tägigen Aufenthalt muss ich sagen: es ist gut so, denn diese Stadt hat uns alle 4 nicht wirklich vom Hocker gerissen. Klar, ein Apple Store ziert ebenso die Shopping-Meile wie einige bekannte andere Stores und auch am Abend saßen wir in einem feinen Lokal und aßen uns den Bauch voll, doch das i-Tüpfelchen fehlte uns hier irgendwie. Womöglich lag es an dem regnerischen Wetter, das uns fast durchgehend die beiden Tage begleitete? Montreal kann man sich folgendermaßen vorstellen: Viele Menschen treffen auf viele Autos in teilweise engen Straßen. Klar, so etwas findet man wohl in jeder größeren Stadt oder Metropole, aber wenn man zuvor die Ruhe in Kingston oder tlw. auch Ottawa genoßen hat, dann trifft Montreal einen wie einen Schlag. Was uns dennoch an der Stadt gefallen hat, war der Mont Royal. Ein rund 233 m hoher Berg mitten in der Stadt. Ursprünglich wollten wir den Berg zu Fuß erklimmen, doch als wir sahen, dass die Distanz von unserem aktuellen Standort bis zur Bergspitze doch etwas weit war, entschlossen wir uns kurzerhand auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen. Eine rund 20 minütige Busfahrt bestärkte unseren Entscheid, dass uns der Fußweg wohl doch zu viel Schweiß und Kraft gekostet hätte (nicht, dass wir nicht bereits genug KM per pedes auf unserer Reise zurückgelegt hätten…). Oben angekommen begrüßten uns erstmals einige Grauhörnchen, die unseren Gehweg kreuzten und um Aufmerksamkeit bettelten – eine Foto-Portrait-Session lehnten sie dann überraschenderweise doch dankend (?) ab. Der Ausblick vom Gipfel Bergspitze war herrlich. Ganz Toronto lag uns zu Füßen. Natürlich knipsten wir auch dort, wie übrigens 99% der anderen Besucher, unsere obligatorischen Selfies und Fotos. Den Rückweg nahmen wir dann doch mit unseren eigenen Füßen vor und wählten dafür einen Waldweg samt Treppen. Den Abschluss, und für mich persönlichen Höhepunkt in der Stadt, gab es dann als wir uns mitten auf der Rennstrecke Circuit de Gilles Villeneuve wiederfanden. Ganz ohne Hey-du-musst-bezahlen-dass-du-hier-Spaß-haben-kannst konnten wir mit unserem getunten Racing-SUV eine oder mehrere Runden auf dem Parcours fahren. Ich war zwar nur mit 30 mph, also rund 48 km/h, auf der Strecke unterwegs, die Curbs (Randsteine) konnte ich dennoch wie Lewis Hamilton kreuzen. Auf der Start-Ziel-Geraden positionierte ich dann noch gekonnt unser Fahrzeug, ehe ich nach dem Ausgehen der roten Ampel voll in das Gaspedal stieg. Die Traktionskontrolle sorgte dafür, dass unser automatikbetriebenes Fahrzeug nicht an unnötiger Zeit bereits beim Start verlor. Auf 30 mph musste ich dennoch nach wenigen Sekunden wieder abbremsen 🙁

Weiter geht es in den nächsten Tagen mit einem Bericht aus Quebec – Portland – Boston – New York – Key West und Miami. Stay tuned…

 

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